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Ausblick 2. Halbjahr 2020

Das Aktienjahr 2020 ist noch nicht verloren
25. Jun 2020
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    Inhalte

    • Deutliche regionale Diskrepanzen, Asien als Treiber der Erholung
    • Aktienmärkte trotzen dem Konjunkturabschwung, Bewertungen weitgehend angemessen
    • Unternehmensanleihen bieten attraktive Risikoprämien

    Seit dem starken Einbruch im März haben sich die Aktienmärkte deutlich erholt. Damals herrschte ultimative Unsicherheit bezüglich der Corona-Pandemie und ihren Folgen. „Wir waren auf dem Höhepunkt des Angstzyklus. Panikverkäufe ließen die Kurse abstürzen. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Pandemie und Lockdown scheinen an den Börsen bereits vergessen“, sagt Dr. Axel Cron, Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management (Deutschland).

    Der starken Kurserholung mit Vorsicht begegnen

    Einige wichtige Aktienmärkte steuern auf ihre ehemaligen Höchststände zu. Der technologielastige US-Index Nasdaq liegt im laufenden Jahr bereits wieder im zweitstelligen Plusbereich. „Für andere Aktienmärkte könnte es ebenfalls ein positives Ergebnis 2020 geben. Auch wenn die fundamentalen Daten der Realwirtschaft etwas ganz anderes erwarten lassen würden“, sagt Cron, der zwar auch von einem baldigen Einsetzen der wirtschaftlichen Erholung ausgeht, aber die Euphorie der Märkte nicht ganz teilt: „Die Märkte unterstellen den bestmöglichen Verlauf einer Erholung, es gibt wenig Puffer für adverse Entwicklungen.“ Eine gewisse Skepsis hält er daher für angebracht.

    Er sieht aber durchaus Potenzial, dass die Wirtschaft in höherem Tempo zur Normalität zurückkehrt als gedacht. Ein wichtiger Indikator ist die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt, von dem aber zuletzt widersprüchliche Signale gekommen sind. „Selbst wenn bald wieder so etwas wie Normalität am Arbeitsmarkt herrscht – 100 Prozent des Vorkrisenniveaus werden wir nicht so schnell erreichen“, meint Cron.

    Asien bei Erholung vorn, Emerging Markets außerhalb Asiens als Schlusslicht

    Zudem sieht er eklatante Differenzen zwischen einzelnen Regionen und Ländern. Asiatische Volkswirtschaften sind derzeit der Treiber der Erholung. Dazu zählen vor allem China und industrialisierte Länder wie Taiwan, Südkorea und Singapur. Der Vorsprung zeigt sich im Fortschritt in der Pandemie, aber auch in den Wirtschaftsindikatoren. Diese zeigen in Asien bereits wieder deutlich mehr Lichtblicke als im Rest der Welt. Sehr viel schlechter aufgestellt sind hingegen die Emerging Markets außerhalb Asiens, die klar hinterher hängen.

    Nachdem der starke Einbruch im März vielen Kapitalmärkten eine attraktivere Bewertung beschert hat, hat sich diese an den Aktienmärkten wieder relativiert. Die Bewertungen sind hier mittlerweile weitgehend angemessen. „Wirklich günstige Aktienmärkte gibt es nicht mehr, nicht einmal bei Emerging Markets außerhalb Asiens. Am attraktivsten scheinen noch die asiatischen Börsen. Besonders teuer ist der US-Markt, dies ist aber auch gerechtfertigt“, so Cron.

    Absolute Performance-Erwartung bei Aktien

    Globale Aktien zählen auch fürs zweite Halbjahr zu Crons Favoriten: „Von der absoluten Performance-Erwartung her kommt man an Aktien nicht vorbei.“ Auch die relative Attraktivität von Aktien gegenüber Bonds ist durch die gesunkenen Renditen von Staatsanleihen aus Industrieländern weiter gestiegen. Für Staatsanleihen hingegen sieht Cron wenig Perspektive: „Wenn die Monetarisierung durch die Notenbanken doch irgendwann in einer milden Inflation mündet, würden Staatsanleihen wahrscheinlich recht deutliche reale Verluste liefern.“ Auch als Diversifikator eignen sie sich nur noch bedingt, da bei den Zinsen kaum noch Spielraum nach unten ist.

    Unternehmensanleihen machen Aktien Konkurrenz

    Ein weiterer Favorit sind für Cron derzeit Unternehmensanleihen. Im Gegensatz zu den Aktienmärkten agieren Investoren hier noch reservierter. Die Risikoprämien sind zwar auch schon wieder etwas gegenüber März zurückgekommen, sie sind aber höher als in normalen Zeiten. Vor allem Hochzinsanleihen aller Regionen sind vergleichsweise attraktiv, auch hier stechen asiatische Papiere als besonders chancenreich hervor. Sie liefern weiterhin höhere Spreads als Anleihen der Industriestaaten mit ähnlicher Bonität, und die Region ist für eine Erholung gut positioniert.

    Bei Edelmetallen und Rohstoffen ist Cron eher zurückhaltend. „Gold ist für uns ein Asset ohne laufenden Ertrag, um das sich viele Mythen ranken. Wir sehen die besseren Chancen bei Aktien“, sagt Cron. Andere Rohstoffe wie Öl oder Industriemetalle sind eine sehr volatile Asset-Klasse mit vielen schwer abschätzbaren Risiken, die zwar als Beimischung dienen kann. Rohstoffe sind jedoch Input für die Wirtschaft und nur wenn es dort läuft, steigt auch die Nachfrage. Und dann würde Cron Aktien der verarbeitenden Industrie als bessere Anlagealternative einschätzen.

    Corona verstärkt und beschleunigt Trends

    Die Corona-Pandemie wird Wirtschaft und Märkte nicht komplett verändern, sie verstärkt und beschleunigt aber bereits wirtschaftliche und soziale Trends. „Ein klares Beispiel ist Big Tech. Die großen US-Technologiefirmen haben sich schon in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich entwickelt. Diese Outperformance hat sich in den vergangenen Wochen beschleunigt“, sagt Cron. Technologie allgemein, aber auch die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel werden weiter in den Vordergrund rücken und alle Anlageklassen verstärkt beeinflussen. Zudem dürfte die Unterstützung durch fiskalische Impulse und eine lockere Notenbankpolitik sich erst einmal fortsetzen. „Und eine Welt mit niedrigen Zinsen und viel Liquidität ist für Risiko-Assets nicht die schlechteste aller Welten“, fasst Cron zusammen.

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